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Reinigung

Klarspüler selber machen: Rezept mit Zitronensäure

Klarspüler für die Spülmaschine selbst anrühren: Rezept mit Mengenangaben, Dosierung, Kostenrechnung und die Grenzen bei Gummidichtungen und Aluminium.

Symbolbild zum Themenbereich Bio-Reinigungsmittel

Klarspüler für die Spülmaschine lässt sich mit zwei Zutaten selbst anrühren: 100 Gramm Zitronensäure auf einen Liter Wasser, in den Klarspülerbehälter gefüllt, Dosierung auf mittlere Stufe. Das kostet rund ein Zehntel des gekauften Mittels und funktioniert in weichem bis mittelhartem Wasser gut. Wo die Grenzen liegen, welche Materialien Zitronensäure nicht verträgt und wann gekaufter Klarspüler die bessere Wahl bleibt, steht weiter unten.

Was Klarspüler überhaupt macht

Klarspüler ist kein Reinigungsmittel. Er wird im letzten Spülgang zugegeben und senkt die Oberflächenspannung des Wassers. Dadurch läuft das Wasser als Film ab, statt Tropfen zu bilden. Trocknen die Tropfen ein, bleiben die darin gelösten Kalksalze als weißer Schleier zurück. Genau diese Flecken verhindert der Klarspüler, und deshalb ist er in hartem Wasser wichtiger als in weichem.

Daraus folgt der wichtigste Punkt für Selbstgemachtes: Ein Mittel, das nur Kalk löst, ist kein vollwertiger Ersatz für ein Mittel, das zusätzlich die Oberflächenspannung senkt. Selbst angerührter Klarspüler auf Zitronensäurebasis wirkt gegen die Kalkflecken, nicht gegen die Tropfenbildung. In den meisten Haushalten reicht das, in sehr hartem Wasser nicht immer.

Das Grundrezept

Für einen Liter fertigen Klarspüler:

  • 1 Liter destilliertes Wasser oder abgekochtes und abgekühltes Leitungswasser
  • 100 Gramm Zitronensäure als Pulver (entspricht rund 10 Prozent)

Zubereitung: Zitronensäure im Wasser vollständig auflösen, dabei ruhig rühren. Das Pulver löst sich in kaltem Wasser langsam, in handwarmem schneller. In eine beschriftete Flasche füllen. Zum Befüllen des Klarspülerbehälters einen Trichter benutzen, weil der Einfüllstutzen bei den meisten Maschinen eng ist.

Dosierung an der Maschine: mittlere Stufe, meist 3 von 6. Bleibt ein weißer Schleier auf Gläsern, eine Stufe höher. Bilden sich Schlieren oder riecht das Geschirr säuerlich, eine Stufe niedriger.

Warum destilliertes Wasser

Leitungswasser bringt genau die Kalksalze mit, die der Klarspüler bekämpfen soll, und es verkeimt schneller. Destilliertes Wasser aus dem Baumarkt oder Drogeriemarkt kostet wenig und macht das Mittel länger haltbar. Abgekochtes Wasser ist ein akzeptabler Kompromiss.

Haltbarkeit

Die Lösung enthält kein Konservierungsmittel. Mit destilliertem Wasser hält sie in einer sauberen, verschlossenen Flasche mehrere Monate. Trüb gewordene oder flockende Ansätze gehören in den Ausguss, nicht in die Maschine. Praktisch ist es, kleinere Mengen von 500 Millilitern anzusetzen und häufiger nachzurühren.

Warnhinweise: wo Zitronensäure nicht hingehört

Diese Punkte sind der Grund, warum selbst gemachter Klarspüler kein Selbstläufer ist:

  • Kein Erhitzen mit Kalk zusammen. Zitronensäure kann bei höheren Temperaturen mit Calcium schwer lösliches Calciumcitrat bilden, das sich als fester Belag absetzt. Im Klarspülergang der Spülmaschine bleibt es deutlich unter der kritischen Temperatur, deshalb ist die Anwendung dort unproblematisch. Zum Entkalken der Maschine im Heißprogramm ist Zitronensäure aber die falsche Wahl, dafür ist Essigsäure oder ein Maschinenentkalker geeigneter.
  • Gummidichtungen. Säure greift Dichtungen und Schläuche über die Zeit an. Bei der geringen Konzentration im Klarspülergang ist das unkritisch, bei hoch dosierten Säurelösungen in Dauerkontakt nicht. Deshalb: nicht überdosieren und keine Säure über Nacht in der Maschine stehen lassen.
  • Aluminium. Aluminiumteile wie Espressokannen, manche Töpfe und Gussformen reagieren mit Säure und werden matt bis dunkel. Solche Teile gehören ohnehin nicht in die Spülmaschine, mit saurem Klarspüler erst recht nicht.
  • Silber und beschichtetes Besteck. Bei Silberbesteck und lackierten oder vergoldeten Rändern sicherheitshalber von Hand spülen.
  • Herstellergarantie. Einzelne Gerätehersteller schließen den Einsatz nicht freigegebener Mittel im Klarspülerbehälter aus. Ein Blick in die Bedienungsanleitung kostet zwei Minuten.

Gekauft oder selbst gemacht: die Gegenüberstellung

KriteriumSelbst gemacht (Zitronensäure)Gekaufter Klarspüler
Wirkung gegen Kalkfleckengut in weichem bis mittelhartem Wassergut in jedem Härtebereich
Wirkung gegen Tropfenbildunggering, weil keine Tenside enthalten sindgut, das ist der eigentliche Zweck
Trocknungsergebnis bei Kunststoffschwächer, Kunststoff bleibt eher feuchtbesser
Zutatenzwei, beide deklariertTenside, Säure, oft Konservierung und Duft
Kosten je Literniedrig, siehe Rechnung untenein Vielfaches
Verpackungeine Flasche im Dauergebrauchneue Flasche je Nachkauf

Ehrliche Einordnung: In weichem Wasser und bei überwiegend Glas und Porzellan ist der Unterschied kaum sichtbar. In hartem Wasser und bei viel Kunststoffgeschirr merkt man den fehlenden Tensidanteil. Wer sich unsicher ist, testet vier Wochen und schaut auf die Gläser.

Kostenrechnung

Die Rechnung hängt am Preis der Zitronensäure, der je nach Gebindegröße stark schwankt. Das Prinzip bleibt gleich:

  • Ein Liter Selbstgemachtes braucht 100 Gramm Zitronensäure. Aus einem Kilogramm Pulver werden also zehn Liter.
  • Ein Liter reicht bei mittlerer Dosierung je nach Maschine für rund 50 bis 80 Spülgänge.
  • Ein Kilogramm Pulver deckt damit grob 500 bis 800 Spülgänge ab, das sind bei täglichem Spülen weit über ein Jahr.

Rechnen Sie zum Vergleich Ihren gekauften Klarspüler auf denselben Nenner um: Flaschenpreis geteilt durch Füllmenge, dann mit dem Verbrauch je Spülgang. Der Abstand liegt in der Regel bei Faktor fünf bis zehn zugunsten des Selbstgemachten.

Wenn es nicht funktioniert: die Fehlerliste

ProblemWahrscheinliche UrsacheWas hilft
Weißer Schleier auf Gläsernzu niedrig dosiert oder Wasser zu hartDosierstufe erhöhen, Regeneriersalz prüfen, Wasserhärte beim Versorger erfragen
Schlieren und Streifenzu hoch dosiertDosierstufe senken, einen Leerlauf ohne Klarspüler fahren
Gläser bleiben nassfehlender Tensidanteil, typisch bei KunststoffTür nach Programmende öffnen, bei Bedarf auf gekauftes Mittel wechseln
Trübe Gläser, die sich nicht abwischen lassenGlaskorrosion, nicht Kalkirreversibel, niedrigere Temperatur und weniger Reiniger beugen vor
Weißer Belag im BehälterLösung war zu konzentriert oder mit Leitungswasser angesetztBehälter mit warmem Wasser spülen, neuen Ansatz mit destilliertem Wasser
Säuerlicher Geruch am GeschirrÜberdosierungDosierstufe senken

Salz, Reiniger, Klarspüler: was wofür zuständig ist

Die drei Mittel werden oft verwechselt, obwohl sie verschiedene Aufgaben haben:

  • Regeneriersalz entzieht dem Wasser den Kalk, bevor es überhaupt aufs Geschirr trifft. Es ist die erste und wichtigste Stufe. Ohne eingestellte Wasserhärte und gefülltes Salzfach hilft auch der beste Klarspüler wenig.
  • Reiniger löst Speisereste und Fett im Hauptspülgang.
  • Klarspüler sorgt im letzten Gang für fleckenfreies Abtrocknen.

Multitabs enthalten alle drei Funktionen, sind aber gerade bei hartem Wasser der Salz- und Klarspülerdosierung unterlegen. Wer selbst anrührt, fährt mit getrennten Mitteln ohnehin besser.

Der Rest des Putzschranks

Zitronensäure ist auch außerhalb der Spülmaschine der wichtigste Helfer gegen Kalk. Wie sie zusammen mit Natron, Essig und Kernseife im Alltag eingesetzt wird, steht in den Anwendungstipps für Bio-Reinigungsmittel. Beim Waschen gelten andere Regeln, weil dort Wasserhärte und Dosierung zusammenspielen, dazu die Kaufberatung für Öko-Waschmittel.

Weiterlesen

Was sich sonst noch mit Natron, Essig und Kernseife herstellen lässt, steht in der Anleitung zu hausgemachten Bio-Reinigungsmitteln. Wenn Sie lieber kaufen: worauf es bei Tensiden, Konservierung und Siegeln ankommt, klärt die Seite Bio-Reinigungsmittel kaufen. Alle Ratgeber des Bereichs finden Sie unter Bio-Reinigungsmittel.

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Häufige Fragen

Wie mache ich Klarspüler selber?

100 Gramm Zitronensäure als Pulver in einem Liter destilliertem Wasser vollständig auflösen und in eine beschriftete Flasche füllen. Damit den Klarspülerbehälter der Spülmaschine befüllen, am besten mit einem Trichter, und die Dosierung an der Maschine auf mittlere Stufe stellen.

Kann man statt Klarspüler Essig nehmen?

Grundsätzlich ja, Essigsäure wirkt ähnlich gegen Kalkflecken. Der Nachteil ist der Geruch, der bei manchen Maschinen im Geschirr hängen bleibt, und die höhere Belastung für Gummidichtungen bei Dauereinsatz. Zitronensäure ist geruchsneutral und deshalb im Klarspülerbehälter die praktischere Wahl.

Ersetzt selbst gemachter Klarspüler das gekaufte Mittel vollständig?

Nicht ganz. Zitronensäure wirkt gegen Kalkflecken, aber sie senkt nicht die Oberflächenspannung des Wassers, weil keine Tenside enthalten sind. In weichem bis mittelhartem Wasser fällt das kaum auf. In hartem Wasser und bei viel Kunststoffgeschirr bleibt gekaufter Klarspüler beim Trocknungsergebnis überlegen.

Schadet Zitronensäure der Spülmaschine?

In der Konzentration und bei der Temperatur des Klarspülergangs nicht. Zwei Einschränkungen gelten trotzdem: Aluminiumteile reagieren mit Säure und werden matt, sie gehören ohnehin nicht in die Maschine. Und zum Entkalken im Heißprogramm ist Zitronensäure ungeeignet, weil sich mit Calcium schwer lösliches Calciumcitrat bilden kann. Dafür eignet sich Essigsäure oder ein Maschinenentkalker besser.

Wie lange hält selbst gemachter Klarspüler?

Mit destilliertem Wasser angesetzt und in einer sauberen, verschlossenen Flasche gelagert mehrere Monate. Die Lösung ist nicht konserviert, deshalb sollten trüb gewordene oder flockende Ansätze weggeschüttet werden. Praktisch sind kleinere Ansätze von 500 Millilitern.

Warum bleiben die Gläser trotz Klarspüler weiß beschlagen?

Meist ist die Dosierung zu niedrig oder das Wasser härter als eingestellt. Prüfen Sie zuerst das Regeneriersalz und die eingestellte Wasserhärte, denn das Salz entzieht dem Wasser den Kalk, bevor er aufs Geschirr kommt. Erst danach die Klarspülerdosierung erhöhen. Lässt sich der Belag gar nicht abwischen, handelt es sich um Glaskorrosion, die nicht rückgängig zu machen ist.

Was kostet selbst gemachter Klarspüler?

Aus einem Kilogramm Zitronensäure werden zehn Liter fertige Lösung. Ein Liter reicht je nach Maschine und Dosierung für rund 50 bis 80 Spülgänge, ein Kilogramm Pulver damit für etwa 500 bis 800 Spülgänge. Gegenüber gekauftem Klarspüler liegt der Abstand in der Regel bei Faktor fünf bis zehn.